Man
bat mich, eine Geschichte zu tanzen. Ich zögerte, da ich mich mit Tanz nicht
auskannte. Dann stellte ich mich in die Mitte des Raums und begann zunächst,
langsam rückwärts zu laufen. Als nächstes nahm ich Anlauf nach vorn. Und drehte
mich. Fünfmal. Um meine eigene Achse. Zweimal links herum. Und dreimal rechts
herum. Dann gerieten die Wände in mein Blickfeld. Und ich lief auf die Wände
zu. Und an ihnen hoch. Ich brauchte drei Versuche, um die Decke zu erreichen.
Und als ich oben angekommen war und die Decke mit meinen Händen berührte, fand
ich Halt. Und hing dort. Eine Weile. Dann begann ich zu pendeln. Schließlich
rutschte ich wieder ganz langsam die Wand hinunter. Es fühlte sich an wie über Eis
zu gleiten. Wieder am Boden angekommen, stampfte ich mehrmals mit den Füßen auf.
Dann kreiste ich mit meinen Armen. Ich nahm die Hände dazu. Auch sie kreisten
jetzt. Und dann ließ ich mich einfach fallen. Mehrmals. Mehrmals ließ ich mich
auf den Boden fallen. Mit meinem ganzen Gewicht. Das war angenehm. Denn der
Boden hatte etwas Federndes. Und so war es für mich eine schöne Bewegung. Ich
lachte. Dann stand ich wieder ganz aufrecht. Und mein Tanz glich nun dem eines
Eiskunstläufers. Ich drehte Pirouetten. Schließlich fing ich an, mit meinem
ganzen Körper Geräusche zu machen. Mit der Zunge. Den Zähnen. Mit meinen
Händen. Den Fingern. Mit meiner Nase. Den Füßen. Mit meinen Lippen. Und meinem
Gedärm. Dazu lief ich Formationen, die sternförmig immer von der Mitte des Raums
auf die Wände zugingen. Und schließlich näherte ich mich wieder der Mitte des Raums.
Und blieb dort stehen. Weil der Tanz hier sein Ende fand. Man klatschte. Und
erhob sich. Wie denn die Geschichte hieße, fragte man mich. Die strauchelnde Wonne, entgegnete ich.
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