Orla Wolf

Orla Wolf
zuckerauge: ISSN 2569-9458

Samstag, 24. Februar 2024

musikalisches werk #electro house

 

der boden ist hier weiß/

geht man näher heran

sieht man unzählige blätter/

 

auf jedem ein notenschlüssel/

 

mondän

sagt jemand

worauf sich links eine tür öffnet/

 

dahinter ein publikum

das einen muskulösen körper betrachtet/

 

er bewegt sich zu electro beats/

 

dann fällt etwas von der decke/

ein stählerner korb

aus dem jetzt bienen kommen/

 

schon bevölkern sie unsere ohren/

 

im raum erscheint ein vorhang

aus pixeligem wasser/

 

durchschreitet man ihn

lösen sich die bienen/

 

wir sind jetzt on air

ruft jemand/

 

und das

könnte

 

fast

 

live

sein//

Donnerstag, 15. Februar 2024

Sonntag, 11. Februar 2024

sunken thoughts

 

1

 

unsere behausung ist

jetzt ein stein/

heute spüren wir etwas darin:

eine erschütterung

die uns weckt und in der halle

zusammenkommen lässt/

 


um 5 sucht uns die nächste

zitternde welle heim

und um 7 stehen wir abermals

auf schwankendem boden/

 

3

 

wir streamen das/

und auf den displays sieht es so aus

als würde eine schwere fracht

unsere behausung durchfahren/

 

4

 

vielleicht ist es auch wahr/

und das timing der erschütterung

steuert eine zeitschaltuhr/

 

5

 

alle hier haben sich verliebt

in die optik dessen

was die erschütterung

aus dem stein herausschält/

 

6

 

so haben wir jetzt ein zimmerdenkmal

das uns an die mundwerkzeuge

eines schwans erinnert

obwohl unsere erinnerung

an den letzten schwan

längst verloren ist/

 

7

 

aber das denken wir nicht

 

8

 

einige sehnen sich spiegel herbei

um in den eigenen augen

nach alten bildern zu suchen:

der riesige park inmitten der stadt/

ein straßenmusikant

umstanden von menschen/

 

und die hochbahn

in die wir dann steigen

um an die gestade

der vergessenheit zu reisen//

Donnerstag, 1. Februar 2024

zentralmassiv

 

seit dem letzten schnee

wächst moos auf unseren schädeln/

die hotels verweigern uns einlass/

wir wohnen in der kabinenbahn/

 

dann stellt man uns an den rand der berge/

wir werden das motiv dieses ortes

und sind schon am abend

auf drei gemälden in öl

einer radierung

und unzähligen fotografien zu sehen/

 

man stellt uns dar/

aus/

unsere gesichter gemasert

umrahmt von moos/

 

schließlich umschließt man uns

mit glas

stellt uns in aquarien

in dickwandige vitrinen/

 

diese neuen räume sind aussicht

und einsicht

zugleich/

 

am tag lebt es sich still und hell darin/

nachts verschluckt uns

eine unbekannte schwärze

tiefer als tief

in der wir nichts als verloren gehen/

 

bis gegen morgen

wie jeden morgen

unsere blicke

die quelle

im gebirge erreichen

die uns mit einer bedeutungsschweren geste

auch heute für das moos ringsum

einnehmen will//