Nach einer unglaublichen Festival-Reise (Berlin, Hamburg, Dallas, Hannover, Bordeaux, Braunschweig, Phnom Penh und Honolulu) ist unser preisgekrönter Kurzfilm MY DEER ab sofort online bei KINOORA streambar.
Der Link: MY DEER online bei KINOORA
Der literarische Blog für Lyrik und Kurzprosa von Orla Wolf
Nach einer unglaublichen Festival-Reise (Berlin, Hamburg, Dallas, Hannover, Bordeaux, Braunschweig, Phnom Penh und Honolulu) ist unser preisgekrönter Kurzfilm MY DEER ab sofort online bei KINOORA streambar.
Der Link: MY DEER online bei KINOORA
Am 27. & 28. September bin ich zu Gast im Sommeratelier von Karin Dammers (Moers | Berlin). Garage, Bauwagen und Garten werden zu temporären Galerien dieser ungewöhnlichen Werkschau. Abseits des klassischen Kunstbetriebs treffen hier zeitgenössische Positionen von Karin Dammers (Druckgrafik), Silke Konschak (X-Rays) und mir (Fotografie, Tuschezeichnungen, Lyrik) auf den handfesten Charme des Provisorischen. Hier fordert die Kunst den Raum heraus - unpoliert, nahbar und radikal ortsspezifisch.
Location: Am Peschkenhof 44 | 47441 Moers
27. & 28.09.26 | 13.00 - 18.00 Uhr
+++ 15.09.2026, 20.00 Uhr, Buchhändlerkeller, Berlin
+++ 19.09.2026, 16.00 Uhr, Ottakringer Buchmarkt, SOHO Studios, Wien
+++ 19.09.2026, 19.30 Uhr, Artisserie, Wien
+++ 27. & 28.09.2026, 13.00 - 18.00 Uhr, Moerser Ateliers OFFEN, Moers
Vom Hafen aus folge ich einer gestrichelten Linie. Sie führt mich eine stumpfe Böschung hinauf. Dann sehe ich das Meer. Es ist gelb und riecht nach reifen Quitten. In meinem Mund wird es ganz sandig. Und mein wollener Mantel wellt sich und zieht mich zum Wasser hin, das sich – je näher ich komme – in Holz verwandelt.
Ich gehe zurück zur Straße und nehme den gegenüberliegenden Aufgang. Vor mir ein haushoher Würfel. „Das ist die Stadt“, sagt eine Stimme, die ich nicht verorten kann. „Das ist ein Teich“, sagt eine andere. Sie spricht aus mir. „Das ist Schnee“, sagt eine dritte. Und ich glaube ihr.
Schon treffen mich die ersten Flocken. Die zweiten; und dritten. Sie stöbern in mir. Durchstöbern die schlecht ausgeleuchteten Winkel und finden den Ginster, der immer im Verborgenen lag.
Ich bin jetzt ein Plateau; alles wird ausgebreitet. Gezeigt. Und es zeigt sich.
Ich bin eine Show. Auch mein Schlaf wird Teil davon. Ich träume von Mohn; wandere durch einen Tunnel. Dort finde ich andere Formate.
Hinter dem Fenster der gekachelte Neumond. Dahinter das Riesenrad, die roten Lichter. Derweil gehe ich in diesem Zimmer durch Nebelbänke und bewege mich auf einen Turm zu, der mit Uhren geschmückt ist.
Ich gehe weiter; setze meine Kurzreise fort, die ich schon vor Monaten gebucht habe (nach der ich mich gesehnt habe, ohne den Grund zu kennen).
Ich passiere Gesichter. Sie sind links und rechts von mir. Und ich spüre, dass mich ihre Augen berühren wollen (mit geschlossenen Mündern, in denen ich Höhlen vermute). Weiter.
Ich esse den Stein, der vor mir liegt. Er schmeckt glutrot. Glutrot. Bis ich eine hölzerne Brücke sehe. Stege, die mich weit aus der Stadt hinausführen.
Und Kies. Da ist Kies unter mir. Er hat die Form von Früchten, deren Sinn ich riechen kann. Und dann ist da ein Ausgang (ohne zu wissen, wie es ausgehen wird); ob es ausgehen wird.