Am späten Abend
einen glutroten Wald
betreten
Ich umlaufe
die Stämme
Und ein Blick
nach oben
lässt mich kronlos
zurück
Der literarische Blog für Lyrik und Kurzprosa von Orla Wolf
Am späten Abend
einen glutroten Wald
betreten
Ich umlaufe
die Stämme
Und ein Blick
nach oben
lässt mich kronlos
zurück
Auch heute
zieht es mich wieder
zu den Teichen hin
Ich betrachte das ertrunkene Gras
und die matten Zweige am Rand
die mir die Richtung weisen
Morgen komme ich
wieder
Du steckst deinen Kopf
unter deinen hölzernen Flügel
dessen Maserung Jahresringe sind
(so sehe ich das)
und sprichst
zu dir selbst
Heute tragen alle
denen ich auf dem Weg
in die Felder begegne
Koffer
Eiligen Schrittes
verschwinden sie
im sperrigen Mais
Und etwas tönt
zu mir hinüber
das wie das rauschende Prasseln
der Heuschrecken
klingt
Der Bahnsteig
zerfließt mir
An der Decke
ein Zebrastreifen
Sein Weiß
blendet mich
Dann höre ich
das Signal
und schwimme
zur Tür
Ich habe den Stoff zerschnitten
der schon seit Tagen
vor meinem Fenster hängt
Jetzt sind es gelbe Bahnen
die der Wind auseinanderhält
als hätte es etwas Anderes
nie gegeben