Orla Wolf

Orla Wolf
zuckerauge: ISSN 2569-9458

Dienstag, 31. Dezember 2019

Hinter den Augen


Ich bewege mich durch eine Landschaft.

An den Hängen stehen Tiere.

Sie weisen mir die Richtung zum Hafen.

Es ist gut, dass sie da sind – verirre ich mich hier doch sonst immer und verpasse den Abzweig, der zum Hafen führt.

Ich war noch nie dort.

Der Weg hinunter ist aus rechteckigen Steinen gemacht.

Sie federn ein wenig, und es läuft sich leicht auf ihnen.

Die Straßen der Stadt (aus der ich komme) sind anders.

Und ich weiß nicht, wie viele Reisende sich von dort überhaupt zum Hafen aufmachen.

Rechts und links des Weges stehen Schwertlilien.

Sie sind sehr gerade gewachsen - und ich fühle mich beschützt von ihnen.

Vielleicht werde ich einmal jemand sein, der sich auskennt mit diesem Weg -

und darüber auch einige Sätze verliert.

Diese hier könnten leicht salzig sein – salzig und klar – da ich mich auf das Meer zubewege.

Jetzt, wo ich den Hafen sehe, schweige ich. Es ist still in mir. Feierlich still.

Dies ist ein Ort, der alle Bedenken zerstreut. Das Wasser nimmt sie mit – und schon verströmen sie zwischen den Steinen.

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