Orla Wolf

Orla Wolf
zuckerauge: ISSN 2569-9458

Donnerstag, 23. April 2026

Buchpräsentation mit Orla Wolf im Literaturhaus Berlin / 24. April 2026

 

Der Traum der Gurke. Ein literarisches KI-Experiment.

Buchvorstellung am 24. April 2026 um 19.00 Uhr im Literaturhaus Berlin, Alt-Moabit 62-63, 10555 Berlin

Ein Projekt des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) Berlin und dem Weizenbaum-Institut (Berlin) 

 

Es lesen: Brigitte Döbert, Orla Wolf und Michael-André Fuchs

Moderation: Martina Wildner und Edith Ottschofski (VS)

Mittwoch, 15. April 2026

Ballung

Im aufrechten Gang

mit zwei Körperachsen

und Fühlern auf dem Kopf

über den Steg balancieren

Schon vom Hafen aus

sind die orangen Gelenke zu erkennen

Und ein Arm versucht

die Wörter wegzudrücken

die jetzt aus dem Wasser kommen

Mit geschlossenen Augen

weitergehen

Und spüren

wie man von Westen her

den Himmel verhängt

Vertieft

Auf dem Grund

des gekachelten Beckens

wandert

ein rauchiges Licht

 

und trifft

auf eine zurückgeschnittene Platane

(vielleicht ist Winter)

der etwas Wasserschattiges

entspringt

Dienstag, 14. April 2026

Artist Talk mit Orla Wolf / 19. April 2026

 


Im Rahmen der Ausstellung Fragmente / Dysfunktion, die vom 27. März bis zum 10. Mai 2026 in der Galerie GEDOK Berlin zu sehen ist, findet am 19. April um 15.00 Uhr ein Artist Talk mit der Kuratorin Dr. Andrea-Martina Reichel und den Künstlerinnen (u.a. Orla Wolf) statt.

 

 

Sicht

Du hast mir von einem Gitter
einem Netz erzählt
durch das du schaust
Dahinter ist alles weiß
Und über dein Gesicht
legt sich ein Muster
aus wabenförmigen Maschen
Rückseitig der freie Fall deiner Augen

Irgendwo in der Stadt

Heute sah ich zwei Menschen
die sich auf hölzernen Schemeln
gegenübersaßen
Brust und Beine waren
mit gelben Schläuchen verbunden
Niemand konnte mir sagen
welche Art von Verbindung das war

Donnerstag, 26. März 2026

Weiteres

 

Von der Kante des Wassers

hinuntergleiten

durch Schichten abnehmenden Lichts

und Schwebeteilchen

bis wir den sandigen Grund betreten

Ab hier geht es nicht weiter

sagte man uns

Es geht weiter

sprechen wir ins Wasser

Und vor uns öffnet sich das rote Riff

und zeigt uns sein Inneres

Wir strudeln ein

Unsere Augen jetzt Schwämme

wie vielleicht alles

hier

Sonntag, 15. März 2026

K:O:S proudly presents: Unser Kurzfilm Weiß3 feiert Premiere!

 

Der experimentelle Kurzfilm Weiß3 (von und mit Karin Dammers, Orla Wolf und Silke Konschak) wurde für die kuratierte Ausstellung Fragmente | Dysfunktion ausgewählt und feiert am 27. März 2026 um 19 Uhr in der Galerie GEDOK Berlin Premiere!


Weiß3
Kurzfilm (Deutschland 2026, 16 min)

Ein Film von Karin Dammers, Orla Wolf und Silke Konschak (K:O:S)


Drei Figuren, ein weißer Raum, eine gemeinsame Vergangenheit. Ihre Sprache folgt keiner Logik, ihre Bewegungen dem Zufall. Im wechselnden Licht tauchen Erinnerungsfragmente auf, werden auf Papier skizziert – und zerfallen im nächsten Moment wieder. Zwischen Spiel und Gegenspiel entsteht ein offener Raum für einen kurzen Ausbruch aus der Ordnung der Dinge.

Idee: Karin Dammers, Orla Wolf, Silke Konschak

Darstellerinnen: Karin Dammers, Orla Wolf, Silke Konschak

Produktion: Karin Dammers, Orla Wolf, Silke Konschak

Kamera: Karin Dammers

Szenenbild: Karin Dammers, Orla Wolf, Silke Konschak

 

Montag, 9. März 2026

Der Traum der Gurke: Ein literarisches KI-Experiment zur Leipziger Buchmesse 2026

 

Anthologie mit Kurzprosa von Orla Wolf

Zur Leipziger Buchmesse erscheint die Anthologie

Der Traum der Gurke.

Ein literarisches KI-Experiment

mit der Kurzgeschichte Waldend von Orla Wolf.

Das Buch wird am 21. & 22. März 2026 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt.


 POP Verlag 
Ludwigsburg 2026
ISBN 978-3-86356-437-7

Freitag, 20. Februar 2026

Notizen. 13. Februar. Kanadagans.

 

Durch einen Bahnhof gehen. Nur Körper sehen. Wattierte Menschen. Aber keinen Boden mehr. Über die Durchsagen aus den grauen Lautsprechern hat sich das Gurren der Tauben gelegt. Vielleicht ein erster Frühlingston.

 

Ein rechteckiger Teich mit Kanadagänsen an den Rändern. Ihr Gang verschiebt mir die Richtung. Und dann stehe ich vor dem Haus mit der Leuchtreklame, die ich heute eigentlich gar nicht sehen wollte. Schon bade ich wieder in Neon.

 

Die Häuser hier sind schmal und leicht gebückt. Ihre Fenster sehen mich an. Und ich versuche das auch.

Notizen. 16. Januar. Verstörung.

 

Ich denke an Schlaf und Wasser, bekomme das aber nicht zusammen.

Vielleicht ist die Frage, was zuerst da war.

 

Staub auf Fliesen. Fingerabdrücke auf Glas. Es ist Zeit zu gehen. Richtung Meer wird es klarer.

 

Sich nach oben strecken. Da ist gar nichts.

 

Im Teich die roten Fische. Ein Leuchten von dort. Ein Leuchten an einem Winternachmittag, dem die Fische nie begegnet sind.

 

Scheuermilch. Das Geräusch grässlich. Und die Bewegungen dazu verstören die Kacheln.

Donnerstag, 19. Februar 2026

Notizen. 15. Januar. Lächeln bis Mitte.

 

Ein hoher Raum mit schwarzen Eisengestängen. Daran Fotografien: Menschen mit Masken im Central Park, Bänke im Winter, ein Zimmer mit schweren Stoffen auf Sitzecken und in den Fenstern. Ich möchte mich setzen, die Augen schließen und noch an diesem Nachmittag in diesem Raum aufwachen.

 

Augen. Haare. Hände. Haut. Und ein Lächeln bis Mitte.

 

Ich singe ein Lied, das ich nie zuvor gehört habe. Jetzt gehört es mir.

 

Überall sind hier Lücken im Holz. Niemand weiß, wie man hinüberkommt. Oder auf welcher Seite man dann steht.